Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede
Biografie
von Haruki Murakami
DuMont Buchverlag
2008
Laufen ist für viele Menschen mehr als eine sportliche Aktivität. Es fordert den Körper, aber in einer gewissen Weise auch den Kopf. Je nach Einheit kann man sich seinen Gedanken hingeben und schafft dadurch eine gewisse Struktur im Alltag.
In „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ beschäftigt sich der japanische Schriftsteller Haruki Murakami mit genau dieser Frage. Er erzählt von seinen Erfahrungen als Langstreckenläufer und davon, welche Rolle das Laufen in seinem Leben und bei seiner Arbeit als Schriftsteller spielt.
Dabei geht es um weit mehr als Marathons, Trainingskilometer und sportliche Leistungen. Murakami beschreibt, wie eng Laufen und Schreiben für ihn miteinander verbunden sind und welche Bedeutung Disziplin, Konzentration und Ausdauer in beiden Bereichen haben.
Das Buch ist weder ein Lauftrainingsratgeber noch eine Anleitung zur Selbstoptimierung. Vielmehr gibt Murakami einen persönlichen Einblick in seine Gedanken, Erfahrungen und die Motivation, über viele Jahre hinweg immer wieder die Laufschuhe zu schnüren.
*Affiliate-Hinweis: Wenn du über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Auf einen Blick
✎ Titel
Wovon ich rede, wenn ich
vom Laufen rede.
✒ Autor:in
Haruki Murakami
⌂ Verlag
DuMont Buchverlag, Köln
◷ Erscheinungsjahr
2008
☷ Seiten
168
◫ Format
Gedrucktes Buch / E-Book
Aa Sprache
Deutsch
aus dem Japanischen
von Ursula Gräfe
# ISBN
9783832180645 (gedrucktes Buch)
9783832186005 (E-Book)
✦ Themen
Laufen, Motivation, Marathon, Schreiben, Ausdauer, Disziplin
≡ Kategorie
Biografie
Warum dieses Buch?
Was bewegt Menschen dazu, regelmäßig zu laufen? Warum trainieren sie über Jahre hinweg, nehmen körperliche Anstrengungen in Kauf und stellen sich immer wieder neuen Herausforderungen? Und was bleibt vom Laufen, wenn Zeiten, Distanzen und Wettkampfergebnisse einmal keine Rolle spielen?
Haruki Murakami nähert sich diesen Fragen aus einer sehr persönlichen Perspektive. Seit Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn gehört das Laufen fest zu seinem Alltag. Er berichtet von täglichen Trainingsroutinen, Marathonläufen, einem 100-Kilometer-Lauf und seinen Erfahrungen im Triathlon.
Dabei wird deutlich, dass Laufen für ihn nicht allein eine Frage der körperlichen Fitness ist. Es hilft ihm, seinen Alltag zu strukturieren, seine Konzentration aufrechtzuerhalten und die Ausdauer zu entwickeln, die er auch für das Schreiben benötigt.
Interessant ist vor allem, wie Murakami Parallelen zwischen beiden Tätigkeiten zieht. Sowohl beim Schreiben eines Romans als auch beim Langstreckenlauf kommt es darauf an, über längere Zeit an einer Sache dranzubleiben, mit schwierigen Phasen umzugehen und den eigenen Rhythmus zu finden.
Gleichzeitig beschreibt er offen, dass sich das Laufen im Laufe des Lebens verändert. Nicht jeder Lauf fühlt sich leicht an, nicht jedes Rennen verläuft wie geplant und mit zunehmendem Alter verändern sich auch die körperlichen Möglichkeiten.
Gerade diese Verbindung aus persönlichen Erfahrungen und grundsätzlichen Überlegungen macht das Buch interessant. Murakami versucht nicht, andere vom Laufen zu überzeugen. Er beschreibt vielmehr, warum es für ihn selbst zu einem unverzichtbaren Bestandteil seines Lebens geworden ist.
Über den Autor
Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto/Japan, geboren und zählt zu den bekanntesten japanischen Schriftstellern. Seine Romane und Erzählungen wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Naokos Lächeln, Kafka am Strand und 1Q84.
Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, betrieb Murakami gemeinsam mit seiner Frau eine Jazzbar in Tokio. Anfang der 1980er-Jahre begann er regelmäßig zu laufen und entwickelte eine besondere Leidenschaft für diesen Sport.
Er nahm an zahlreichen Marathonläufen, Triathlons und einem 100-Kilometer-Lauf teil. Das Laufen wurde für ihn zu einem festen Bestandteil seines Alltags und steht in enger Verbindung zu seiner Arbeit als Schriftsteller.
Für wen dieses Buch ist
Dieses Buch passt zu dir, wenn …
du läufst und dich auch für die persönliche und mentale Seite des Laufens interessierst.
du erfahren möchtest, welche Bedeutung Laufen im Leben anderer Menschen haben kann.
du dich für die Verbindung zwischen körperlicher Ausdauer, Disziplin und Konzentration interessierst.
du gerne persönliche Erfahrungsberichte und autobiografische Texte liest.
du dich mit Themen wie Motivation, Gewohnheiten und dem Älterwerden im Sport beschäftigst.
du Haruki Murakami als Schriftsteller kennst und mehr über seine persönliche Beziehung zum Laufen erfahren möchtest.
Eher nicht dein Buch, wenn …
du einen klassischen Trainingsratgeber mit Laufplänen und Trainingstipps suchst.
du vor allem wissenschaftliche Erkenntnisse zu Lauftraining, Ernährung oder Leistungssteigerung erwartest.
du eine chronologische Sportlerbiografie mit Wettkampfberichten lesen möchtest.
Mein Fazit
“Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede” ist ein ungewöhnliches Laufbuch. Haruki Murakami vermittelt weder Trainingsmethoden noch versucht er, mit sportlichen Höchstleistungen zu beeindrucken. Stattdessen beschreibt er ruhig und reflektiert, welche Bedeutung das Laufen für ihn hat.
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen dem Laufen und dem Schreiben. Murakami zeigt, dass beide Tätigkeiten Eigenschaften erfordern, die sich nicht kurzfristig erzwingen lassen: Geduld, Konzentration, Disziplin und die Bereitschaft, auch dann weiterzumachen, wenn es anstrengend wird.
Dabei idealisiert er das Laufen nicht. Er berichtet ebenso von schwierigen Trainingseinheiten, enttäuschenden Wettkämpfen und der Erfahrung, dass die eigene Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter nicht selbstverständlich erhalten bleibt.
Wer konkrete Trainingstipps erwartet, wird in diesem Buch kaum fündig. Wer sich dagegen für die Gedanken und Erfahrungen eines Menschen interessiert, für den das Laufen seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Lebens ist, findet hier eine interessante und stellenweise nachdenkliche Lektüre.
Das Buch erinnert daran, dass sich der Wert des Laufens nicht ausschließlich an zurückgelegten Kilometern oder erreichten Zeiten messen lässt. Manchmal liegt er ganz einfach darin, regelmäßig loszulaufen und den eigenen Weg fortzusetzen.
Mein Take-Away
„Beim Laufen geht es nicht immer darum, schneller zu werden. Manchmal geht es einfach darum, dranzubleiben.“
Interesse geweckt?
Wenn du das Buch selbst lesen willst, findest du es hier:
*Affiliate-Hinweis: Wenn du über diesen Link kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts.
Buch & Verlag
Weitere Infos zu Buch und zum Verlag findest du hier:
Ich habe das Buch selbst gekauft. Die Nutzung des Buchcover wurden mir vom DuMont Buchverlag freundlicherweise gestattet. Die Bewertung spiegelt meine persönliche Meinung wider.

