Berlin in a Nutshell – 42,195 Kilometer Hauptstadt
Werbung | Transparenzhinweis
Mein Startplatz für den BMW BERLIN-MARATHON 2026 wurde mir freundlicherweise von crystal communications und adidas eyewear zur Verfügung gestellt. Auch die im Beitrag erwähnte Laufbrille und das Lauf-Outfit wurden mir kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag entstand freiwillig und ohne redaktionelle Vorgaben. Meine Eindrücke und Erfahrungen entsprechen ausschließlich meiner persönlichen Meinung.
52. Berlin Marathon | 27.09.2026
Berlin war eigentlich raus
Der Berlin-Marathon stand für dieses Jahr eigentlich gar nicht mehr auf dem Plan. Bei der Startplatz-Auslosung hatte es nicht geklappt – erst einmal mega enttäuschend, aber irgendwann war das Thema abgehakt und die Alternativpläne für den Herbst wurden geschmiedet.
Bis zum 28. Juni.
Eigentlich hätte an diesem Sonntag der hella Halbmarathon in Hamburg stattfinden sollen. Doch aufgrund der extremen Temperaturen wurde das Rennen abgesagt. Statt Halbmarathon hieß es also erst einmal, mit unseren Münchner Freunden über den Hamburger Fischmarkt zu schlendern und anschließend einen ungewohnt ruhigen Sonntag zu verbringen.
Zumindest bis plötzlich eine Mail von der lieben Marion von crystal communications in meinem Postfach landete. Sie und adidas eyewear würden mich sehr gerne zum Berlin-Marathon einladen.
Plötzliche Hitzeattacken. Allerdings weniger den tropischen Temperaturen des Hitzesommers 2026 geschuldet als dem vor Freude schlagartig angestiegenen Blutdruck.
Lange gefackelt wurde natürlich nicht. Dieses Angebot lasse ich mir nicht entgehen. Also zugesagt, die Herbstplanung kurzerhand noch einmal umgekrempelt – und plötzlich stand fest: Berlin-Marathon Nummer drei, ich komme!
Von Knödeln, Laufbrillen und Legenden
Am Freitag vor dem Marathon ging's dann mit dem Zug von Hamburg nach Berlin. Und ja, der Zug war tatsächlich pünktlich! Die ersten Marathonis ließen sich anhand ihrer Laufuhren und Laufschuhe auch schon ziemlich schnell identifizieren. Die Vorfreude stieg also bereits während der Anreise.
Dazu muss ich sagen, dass ich selten so verletzungsfrei durch eine Marathonvorbereitung gekommen bin. Schon allein deshalb wollte ich jetzt endlich laufen!
In Berlin angekommen, sollte sich bis zur Abreise am Montag alles nur noch um den Marathon drehen. Ich liebe es, für einen überschaubaren Zeitraum komplett in die sogenannte Läufer-Bubble abzutauchen. Und um gleich mittendrin zu sein und gleichzeitig dem großen Ansturm am Samstag zu entgehen, ging's nach dem Check-in im Hotel direkt zur Expo.
Startunterlagen abholen, erste bekannte Gesichter treffen und natürlich jede Menge Lauf-Talk. Auch das liebe ich an den großen Laufveranstaltungen. Man trifft immer wieder Leute, die man von woher auch immer kennt, kommt sofort ins Gespräch und knüpft oft genau dort an, wo man beim letzten Mal aufgehört hat.
Und was soll ich sagen? Eine bessere und vor allem einprägsamere Startnummer hätte ich mir wohl kaum abholen können: 29999!
Den Freitag haben wir dann noch mit einer netten Gruppe in einem bayerischen Restaurant ausklingen lassen. Nach Monaten der bayerischen Abstinenz wurde diese zumindest in der Hauptstadt kurzzeitig gestillt. Dreierlei Knödel gab's. Oder wie ich es jetzt zu sagen pflegen darf (muss): drei Klöße.
Shakeout mit Durchblick
Wie üblich stand am Tag vor dem Marathon ein Shakeout Run auf dem Programm. Dieser wurde von adidas eyewear organisiert und fand in einer tollen Location über den Dächern Berlins statt.
Schon beim Ankommen gab's erst einmal ein komplettes Lauf-Outfit inklusive der passenden Running-Brille, der Dunamis Pro von adidas eyewear. Genau die Brille übrigens, die mich am nächsten Tag auch über die 42,195 Kilometer begleiten sollte.
Normalerweise gilt bei mir die eiserne Regel: Am Marathon-Tag kommt nichts zum Einsatz, was nicht vorher im Training getestet wurde. Aber DIESE Brille fühlte sich von der ersten Minute so richtig an, dass ich mir darüber tatsächlich keine weiteren Gedanken machen musste.
Aber zurück zur Shakeout Experience.
Nach einer kurzen Begrüßung ging's erst einmal in eine Speaker Session zum Thema „Keine Angst vorm Marathon“ mit Lauf- und Triathloncoach Martin Quitzke. Ein paar gute mentale Denkanstöße waren auf jeden Fall dabei. Dinge, die man eigentlich weiß, die man sich einen Tag vor dem großen Rennen aber ruhig noch einmal ins Bewusstsein rufen darf.
Nach der Produktvorstellung der Laufbrille ging's dann endlich auf die Straßen Berlins.
Beine lockern, ein bisschen laufen und die Stimmung aufsaugen. Wobei ich so einen Shakeout ja eher als Aktivierung sehe. Und natürlich als letzten Check, ob noch beide Beine vorhanden sind und diese auch noch wissen, wie das mit dem Laufen funktioniert.
Ein paar Fotostopps später waren wir zurück über den Dächern Berlins und für mich wurde es endlich Zeit fürs Frühstück.
Ich kann vor dem Laufen einfach nicht wirklich etwas essen, ohne dass mein Magen irgendwann schlappmacht. Deshalb stehe ich an einem Marathon-Sonntag gefühlt auch schon am Samstag auf, um zu „frühstücken“ und anschließend noch ausreichend Zeit zum Verdauen zu haben. You know what I mean …
Okay, jetzt bin ich vom Thema mal wieder ganz weit abgebogen.
Also zurück zum Frühstück. Drei Croissants, ein Salat und noch ein paar andere Köstlichkeiten später ging's wieder zurück ins Großstadtgetümmel.
Ich muss sagen, die ganze Shakeout Experience mit allem Drum und Dran hat richtig gutgetan. Einfach mal ein paar Stunden raus aus der Marathon-Hektik, in entspannter Atmosphäre mit Gleichgesinnten zusammenkommen und die Vorfreude genießen.
Wenn Legenden plötzlich vor dir sitzen
Mit der Ruhe sollte es dann allerdings auch schon wieder vorbei sein.
Denn als Nächstes stand ein Talk auf dem Programm, zu dem Maurten eingeladen hatte. Und der Gast war niemand Geringeres als eine echte lebende Legende: Sabastian Sawe.
Ja, DER Sabastian Sawe. Der Mann, der im April beim London-Marathon als erster Mensch unter regulären Wettkampfbedingungen die magische Zwei-Stunden-Marke geknackt hat. Und zwar nicht irgendwie knapp, sondern in fucking 1:59:30 Stunden!
Was für eine Ehre, dass Olli und ich zu einem kleinen Kreis von Auserwählten gehörten, die ihm in ziemlich intimer Atmosphäre lauschen durften.
Und lauschen ist hier tatsächlich wörtlich gemeint. Ein so ruhiger, bescheidener Athlet, der gerade einen der größten Meilensteine der Marathongeschichte erreicht hat. Wahnsinn!
Nach dieser Begegnung ging's für mich aber erst einmal zurück ins Hotel. Beine hochlegen und ein bisschen darüber nachdenken, ob ich vielleicht doch schon zu alt bin, um irgendwann selbst solche Zeiten zu laufen.
Long story short: Ja, bin ich. Und vermutlich ist das Alter dabei noch mein kleinstes Problem.
Also Augen zu, ein bisschen dösen und die Eindrücke sacken lassen, bevor es am Abend zur obligatorischen Pasta-Party ging. Eingeladen hatte Zalando – ausnahmsweise ging es hier aber weniger um Schuhe als vielmehr um die passende Portion Kohlenhydrate für den nächsten Tag.
Gegen 21 Uhr ging's dann ganz beseelt zurück ins Hotel. Letzte Vorbereitungen treffen, alles für den nächsten Morgen zurechtlegen und ab ins Bett.
In der Hoffnung, dass das mit dem Schlafen auch tatsächlich funktioniert. Ist ja bekanntlich nicht immer ganz so einfach, so kurz vor einem Marathon.
Einfach mal laufen lassen
Die Nacht war mega. Und ja, das meine ich tatsächlich ernst. Ich habe perfekt geschlafen, war ausgeschlafen und einfach nur happy, dass dieser Tag endlich angebrochen war.
Wie immer nach dem Aufstehen an einem Marathon-Sonntag habe ich erst einmal mein klassisches Programm abgespult. Hier die Kurzfassung:
Toilette – Kaffee/„Frühstück“ – Zähne putzen – Duschen (ja, das mache ich vor einem Marathon, inklusive Haarewaschen) – Deo & Co. – Race-Outfit anlegen – Kaffee – Toilette – Toilette – Toilette – rein in die Adiletten – Toilette – Starterbeutel zur Sicherheit checken – vielleicht noch mal … Toilette – losgehen.
Und das alles mit einer ordentlichen Portion Elektro auf den Ohren, damit der Puls durch den Beat schon mal schön in Schwung kommt.
Als ich dann bei bestem Läuferwetter das Hotel verließ und mich auf den Weg Richtung Startbereich machte und die anderen Läufer sah, war da einfach nur noch Vorfreude.
Zwischendurch habe ich mich tatsächlich gefragt, ob bei mir noch alles stimmt. Wie kann man sich nur so sehr auf 42,195 Kilometer freuen? Ich weiß es nicht. Aber man kann!
Da ich diesmal sogar zeitig dran war (lag vielleicht auch daran, dass ich alleine zum Start gegangen bin – kleiner Seitenhieb ;-) ), konnte ich ganz in Ruhe meine letzten Vorbereitungen treffen.
Massagepistole raus und einmal über die Beine, Muskelaktivierungsgel auf die Haxen, Laufschuhe in Ruhe anziehen und den Starterbeutel abgeben.
Und schon ging's Richtung Straße des 17. Juni, wo sich die Startblöcke befinden. Im Tiergarten noch ein bisschen warmgelaufen, ein paar Aktivierungsübungen gemacht und dann, eine gute halbe Stunde vor dem Start, rein in den Startblock.
Ab diesem Moment hieß es eigentlich nur noch: Stimmung genießen.
Und genau das sollte bis zum Zieleinlauf und sogar darüber hinaus so bleiben.
What a dream!
Ich hatte mit nichts zu kämpfen und konnte die Stimmung entlang der Strecke regelrecht aufsaugen, mit den Kindern am Straßenrand abklatschen und jeden einzelnen Kilometer genießen.
Mein Mindset war von Anfang an klar: Egal, wie es heute läuft, von der Stimmung her wird's auf jeden Fall richtig gut.
Und diese Freude, die ich innerlich und vermutlich auch ein bisschen äußerlich mit mir herumgetragen habe, hat sich irgendwie direkt auf die Beine übertragen.
Die Verpflegung hat durchweg funktioniert. Gut, nach Gel Nummer sieben hat man auch keine wirkliche Lust mehr auf Gel Nummer acht. Aber was rein muss, muss rein.
Den berühmten „Mann mit dem Hammer“ habe ich diesmal nicht getroffen, Krämpfe gab's auch keine und deshalb hat es mich dieses Mal auch nicht mitten auf dem Ku'damm auf die Fresse gelegt.
Und auch das „Risiko“, mit einer komplett neuen und ungetesteten Laufbrille an den Start zu gehen, ist voll aufgegangen.
Ich fühlte mich richtig schnittig!
Erst auf den letzten zwei Kilometern habe ich die Brille tatsächlich abgesetzt. Nicht etwa, weil sie nicht mehr funktioniert hätte, sondern weil ich die letzten Meter, den Lauf durchs Brandenburger Tor und den anschließenden Zieleinlauf einfach noch einmal ganz bewusst und mit eigenen Augen erleben wollte.
Und dann kam er, dieser blaue Teppich Richtung Ziel. Und als wäre das allein nicht schon schön genug, lief aus den Lautsprechern auch noch „Sweet Caroline“.
Na, wenn das mal kein Timing ist!
Also Arme hoch, im Takt mitgeschwungen und die letzten Meter einfach nur gefeiert. Genau solche Momente sind es, die einen Marathon für mich so besonders machen.
3:24 Stunden. Keine Bestzeit. Völlig egal.
Ich hatte einfach einen richtig guten Lauf. Punkt.
Und auch die Medaille in diesem Jahr: ein Traum!
Allein dieser morgendliche „Spaziergang“ in der Extended Version hätte den Tag eigentlich schon perfekt gemacht.
Aber nach dem eigenen Finish noch einmal zurück an die Strecke zu gehen und andere Läufer anzufeuern, gehört für mich einfach dazu. Das rundet mein persönliches Marathonerlebnis immer wieder ab.
Und weil so ein Tag natürlich auch gebührend gefeiert werden will, durfte der passende Partyabschluss nicht fehlen.
Zwei Marathon-Finisher-Partys später bin ich dann doch ziemlich erschöpft, aber rundum glücklich ins Bett gefallen.
Selbst der Montag, der nach einem Marathon normalerweise eher beschwerlich und langsam verläuft, fühlte sich diesmal erstaunlich gut an.
Anscheinend macht das richtige Mindset tatsächlich die Beine locker.
Das merke ich mir jetzt einfach mal für alle zukünftigen Marathons. Vielleicht klappt's dann ja doch noch irgendwann mit meinem ganz persönlichen Sabastian-Sawe-Moment.
Zum Schluss noch ein riesiges Dankeschön an crystal communications und adidas eyewear, die mir dieses großartige Marathon-Wochenende ermöglicht haben.
Und wer weiß, vielleicht lag's am Ende ja doch ein kleines bisschen an der Brille, dass ich dieses Mal alles so locker und mit einem ziemlich klaren Blick gesehen habe. ;-)
Veranstalter: SCC Events GmbH
Homepage: https://www.generali-berlin-marathon.com/ für das Jahr 2027
Datum: Jährlich Ende September (2027: 26.09.)
Kosten Startplatz: 215 € (Achtung: Losverfahren);
weitere Möglichkeiten über Charity oder Reiseveranstalter
Teilnehmerzahl / Limit: ca. 56.000
Start: Straße des 17. Junis
Ziel: Straße des 17. Junis / hinter dem Brandenburger Tor
Streckenbeschaffenheit: Asphalt, flach und schnell
Streckenführung: Rundkurs durch Berlin https://www.generali-berlin-marathon.com/das-rennen/strecken
Zeitlimit: 6h 15min
Pre-Race Infos:
Startnummernausgabe auf der Marathon-Expo am ehemaligen Flughafen Tempelhof
Start in mehreren Wellen, abhängig von der Einteilung in den Startblock.
Race:
15 Verpflegungspunkte
Post-Race Infos:
Finisher-Medaille
Zielverpflegung und ein weitläufiger Zielbereich hinter dem Brandenburger Tor
digitale Urkunde
Zuschauer-’Rennen’: Ja!!! Über die komplette Strecke verteilte Stimmungsnester und Cheerings-Zones
Tonis persönliche Wertung: 5 von 5

