DIE COMMUNITY - FRANCESCA
FRANCESCA (32) | MÜNCHEN | COPYWRITER | @francescanrun
Teil 1: Über dich & das Laufen
1. Wie bist du zum Laufen gekommen?
Ich war neu in der Stadt und habe an einem Community Laufevent teilgenommen - the rest is history.
2. Seit wann läufst du regelmäßig?
3 Jahre
3. Was bedeutet Laufen für dich persönlich?
Flow, feelings & friends
4. Wie oft und wie weit läufst du durchschnittlich pro Woche?
ca. 4 mal 8km
5. Welche Strecken läufst du am Liebsten?
Halbmarathon, Marathon
6. Gibt es ein Lauf-Highlight oder Rennen, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Warum?
Jeder Marathon, weil die Emotionen unvergleichbar sind.
7. Welche Rolle spielen Gadgets, Kleidung oder Apps für dich beim Laufen?
Die Schuhe und Socken müssen passen. Der Rest ist optional. Ich tracke meinen Schlaf und fahre das Training runter, wenn ich erschöpft bin. Da ist das eigene Gefühl das wichtigste, aber Gadgets können helfen, das frühzeitig zu erkennen. Man unterschätzt die eigene Leistung auch gerne mal. Deshalb mag ich es, einen Laufplan auf Papier zu haben, der mich daran erinnert, ab und zu einen Gang runterzuschalten.
8. Trainierst du lieber allein oder in Gesellschaft?
je nach Stimmung
9. Gibt es bestimmte Rituale vor oder nach dem Laufen, die dir wichtig sind?
Kaffee im Bett (vorher)
Teil 2: Vielfalt & Laufcommunity
10. Bist du aktiver Läufer in einer Laufcommuity? wenn ja, in welcher?
Aktuell geh ich überall hin, wo es mich hinzieht, ohne Druck.
11. Was macht für dich eine gute Laufcommunity aus?
Die Menschen. Füreinander da sein, zuhören, gemeinsam laufen, auch kleine Erfolge feiern. Sich vorstellen, sich wieder treffen, sich gegenseitig zu supporten.
12. Fühlst du dich in der Laufszene repräsentiert bzw. willkommen? Warum (nicht)?
Ja, aber wir haben immer noch viel Arbeit vor uns, damit Sport inklusiver wird.
13. Gibt es Aspekte deiner Identität, die dein Läuferleben beeinflussen?
Alter, Geschlecht, Körperform
14. Hast du das Gefühl, dass bestimmte Gruppen in der Laufwelt unterrepräsentiert sind? Wenn ja, welche?
Ja. Die Bubble ist nach wie vor sehr farblos und orientiert sich extrem an gängigen Trends und Idealen, was Menschen z.B. aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer finanziellen Mittel ausschließen kann.
15. Hast du im Laufkontext schon mal Vorurteile oder unangenehme Situationen erlebt?
Natürlich, wie im echten Leben auch. Wir leben in einer leistungsorientierten Gesellschaft, das spiegelt auch der Sport wieder. Catcalling ist ein weiteres riesiges Problem, was mich sehr beschäftigt. Niemand sollte das Recht haben, anderen das Gefühl der eigenen Sicherheit nehmen zu können. Sich frei zu bewegen. Das sieht die Rechtslage leider noch nicht so.
16. Wo wünschst du dir mehr Offenheit oder Veränderung innerhalb der Laufcommunity?
Wir brauchen wieder mehr Community und weniger Grind.
17. Welche Erfahrungen hast du mit Diversität bei Laufgruppen oder Veranstaltungen gemacht?
Es gibt hier und da kleine lokale Gruppen, die sich finden, was sehr schön ist und Menschen die Türen zum Sport öffnet. Bei größeren Veranstaltungen sehe ich das allerdings nach wie vor weniger.
18. Gibt es Personen, Gruppen oder Initiativen, die du als besonders inklusiv wahrnimmst?
-
19. Was wünschst du dir von Blogs, Laufmedien oder Events in Bezug auf Vielfalt und Repräsentation?
-
20. Was bedeutet für dich eine „diverse Community“?
Come as you are. You’re seen. You’re welcome. You’re appreciated. Ich habe über den Sport Freund:innen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte, weil sie älter/jünger sind, andere Jobs haben, andere Sprachen sprechen und außerhalb des Laufens anderen Interessen nachgehen. In einer diversen Community sollte sich jede:r wohlfühlen können.
Teil 3: Persönliches & Ausblick
21. Was motiviert dich, dran zu bleiben – auch an schwierigen Tagen?
Ein reguliertes Nervensystem.
22. Was würdest du jemandem sagen, der sich (noch) nicht als “typische:r” Läufer:in sieht?
Prima, bleib so. Und weitermachen. Wenn du läufst, bist du Läufer:in. Das können 200m sein. Typisch kommt dann (leider) von ganz alleine, weil wir alle gleich bekloppt sind.
23. Welche Laufträume oder Ziele hast du noch?
Ich möchte gerne so lange wie möglich so fit sein (werden), dass ich spontan leistungsfähig bin, möglichst ohne hohes Verletzungsrisiko. Und einen Marathon unter 3:30h, wenn ich ehrlich bin.
24. Was möchtest du mit deiner Laufgeschichte anderen mitgeben?
Laufen ist Community und das ist der ganze Zauber dahinter.
25. Möchtest du sonst noch etwas (mit-)teilen?
Wir „spielen“ als Erwachsene nicht mehr, wie wir es als Kinder tun. Aber Sport ist vielleicht das, was dem am nächsten kommt. Deshalb sollten wir den Spaß daran nicht verlieren. Wenn das Laufen dir keinen Spaß mehr macht, dann mach eine Pause. Und generell, mach mehr Pausen.
Danke FRANCESCA für deine ehrlichen Einblicke.

