Movember 2026: Warum es um mehr geht als einen Schnurrbart
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Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und es im Herbst langsam etwas ruhiger wird, komme ich häufig ins Nachdenken. Auch beim Laufen, wenn ich meine Runden drehe und die Gedanken einfach schweifen lasse. Ein Thema beschäftigt mich dabei schon immer: unsere Gesundheit und ganz oft auch die Männergesundheit mit einem speziellen Fokus auf die männliche Psyche. Warum müssen Männer eigentlich immer noch das sogenannte starke Geschlecht sein und warum rückt gerade die Psyche immer in den Hintergrund?
Wer mich kennt, weiß, dass mir Gesundheitsvorsorge am Herzen liegt. Deshalb spreche ich auch in meinem persönlichen Umfeld immer wieder darüber, wie wichtig es ist, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und auf die Signale des eigenen Körpers zu achten. Erst aktuell wieder bei meinem Chef.
In diesem Jahr hat dieses Thema für mich noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Vor einiger Zeit wurde bei einem mir sehr nahestehenden Menschen eine gesundheitliche Auffälligkeit festgestellt, die schließlich operativ entfernt und begutachtet werden musste. Ich möchte hier bewusst nicht näher auf die medizinischen Hintergründe eingehen. Aber die Zeit zwischen der Diagnose und dem Eingriff war von vielen Gedanken, Sorgen und vor allem der Angst geprägt, was sich hinter diesem Befund verbergen könnte.
Diese Erfahrung hat mich darin bestärkt, das Thema Gesundheitsvorsorge weiterhin anzusprechen. Denn auch wenn wir regelmäßig Sport treiben, auf unsere Ernährung achten und uns fit fühlen, ist das keine Garantie dafür, gesund zu sein.
Und damit sind wir bei einer Aktion, auf die ich auch in diesem Jahr wieder aufmerksam machen möchte: Movember.
Quelle: movember.com
Movember – Männergesundheit im Mittelpunkt
Bereits im vergangenen Jahr habe ich auf meinem Blog über die Movember-Bewegung geschrieben. Auch 2026 möchte ich das Thema wieder aufgreifen, denn die Botschaft ist nach wie vor wichtig.
Movember ist eine weltweite Bewegung, die sich für die Gesundheit von Männern einsetzt. Im Mittelpunkt stehen Prostatakrebs, Hodenkrebs sowie psychische Gesundheit und Suizidprävention.
Der Schnurrbart, den sich viele Männer im November wachsen lassen, ist dabei das bekannteste Erkennungszeichen. Er soll Aufmerksamkeit schaffen und Gespräche über Themen anstoßen, die im Alltag häufig zu kurz kommen.
Gerade Männer schieben Vorsorgeuntersuchungen mitunter auf oder sprechen nicht gerne über gesundheitliche und psychische Probleme. Dabei ist es wichtig, Beschwerden ernst zu nehmen, empfohlene Untersuchungen wahrzunehmen und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen.
Als ausgebildeter MHFA-Ersthelfer liegt mir insbesondere das Thema psychische Gesundheit am Herzen. Ich finde es wichtig, dass wir auch in diesem Bereich offener miteinander umgehen und aufmerksam bleiben, wenn es Menschen in unserem Umfeld nicht gut geht.
Movember bietet eine gute Gelegenheit, genau darüber ins Gespräch zu kommen.
Move for Movember – Laufen für die Männergesundheit
Als Läufer finde ich besonders die Aktion „Move for Movember“ interessant.
Die Idee: Im November 60 Kilometer laufend oder gehend zurücklegen. Die Zahl steht symbolisch für die 60 Männer, die nach Angaben von Movember weltweit jede Stunde durch Suizid sterben.
Dabei geht es nicht um Bestzeiten oder möglichst viele Trainingskilometer, sondern darum, mit Bewegung Aufmerksamkeit zu schaffen.
Dass Sport nicht nur körperlich, sondern auch mental guttun kann, erlebe ich selbst immer wieder. Eine Laufrunde hilft mir häufig, den Kopf freizubekommen, Gedanken zu sortieren und Abstand vom Alltag zu gewinnen.
Natürlich ersetzt Bewegung keine professionelle Hilfe bei psychischen Erkrankungen. Sie kann aber einen positiven Beitrag zum Wohlbefinden leisten.
Und manchmal bekommt Sport unter ganz anderen Umständen eine besondere Bedeutung.
Quelle: movember.com
Jonas und SURVIVR – Sport trotz Leukämie
Über meine Freundin Michi bin ich auf die Geschichte von Jonas, dem Sohn einer Jugendfreundin, aufmerksam geworden.
Jonas lebt seit seiner frühen Kindheit mit Leukämie und musste bereits zahlreiche Behandlungen durchstehen. Trotz seiner Erkrankung versucht er, sportlich aktiv zu bleiben. Wenn es sein Gesundheitszustand und die Behandlungen zulassen, geht er laufen oder trainiert im Fitnessstudio.
Was für viele von uns zum normalen Alltag gehört, ist für ihn keineswegs selbstverständlich.
Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen. Bewegung kann für Menschen während einer schweren Erkrankung auch ein Stück Normalität und Lebensqualität bedeuten. Ob und in welchem Umfang Sport möglich ist, muss dabei selbstverständlich individuell mit dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt werden.
Aus seinen persönlichen Erfahrungen heraus hat Jonas außerdem SURVIVR ins Leben gerufen. SURVIVR ist nicht nur eine Marke. Es ist eine Gemeinschaft.
Ein Raum für Menschen die kämpfen, fallen, aufstehen und weitergehen.
Ein Projekt, das Sport, Streetwear und Gemeinschaft miteinander verbindet und Menschen zusammenbringen möchte.
Ich finde es bemerkenswert, dass Jonas neben den Herausforderungen seiner Erkrankung ein solches Projekt verfolgt und seine Erfahrungen mit anderen teilt.
Wer mehr über seine Geschichte und SURVIVR erfahren möchte, sollte unbedingt einen Blick auf seine Website werfen:
Auch auf Instagram ist Jonas aktiv.
Und bald wird es auch Jonas’ Community-Fragebogen hier auf dem Blog geben.
Quelle: survivrclub.de
Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was Leukämie mit Movember zu tun hat. Die Erkrankung gehört schließlich nicht zu den offiziellen Schwerpunkten der Bewegung.
Die Verbindung liegt für mich weniger in der konkreten Diagnose als vielmehr im Umgang mit Gesundheit und Krankheit. Eine schwere Erkrankung bringt nicht nur körperliche, sondern häufig auch psychische Herausforderungen mit sich. Und sie zeigt, wie wichtig es sein kann, Unterstützung zu erfahren, offen miteinander zu sprechen und seinen eigenen Weg zu finden.
Genau diese Offenheit und gegenseitige Unterstützung sind auch zentrale Gedanken, die ich mit Movember verbinde.
Ein Monat, der zum Nachdenken anregen soll
Movember ist eine gute Gelegenheit, sich mit der eigenen Gesundheit auseinanderzusetzen. Und vielleicht auch, das eine oder andere Gespräch zu führen, das man schon länger vor sich herschiebt.
Das kann bedeuten, einen Vorsorgetermin zu vereinbaren, einen Freund auf sein Befinden anzusprechen oder selbst bei der Move-for-Movember-Challenge mitzumachen.
Wer die Aktion unterstützen möchte, findet auf der offiziellen Movember-Website weitere Informationen und Möglichkeiten, aktiv zu werden.
Ich werde das Thema Gesundheitsvorsorge jedenfalls weiterhin in meinem Umfeld ansprechen. Meine persönlichen Erfahrungen in diesem Jahr haben mir noch einmal deutlich gemacht, warum mir das wichtig ist.
Und vielleicht ist das auch ein guter Gedanke für die nächste Laufrunde: Nicht nur darüber nachzudenken, was wir sportlich noch erreichen möchten, sondern auch darüber, was wir für unsere Gesundheit tun können.
Denn Männergesundheit sollte nicht nur im November ein Thema sein.

