Top 10: Dinge, die ich bei Laufveranstaltungen nicht verstehe
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Jeder kennt sie ...
Wer regelmäßig an Laufveranstaltungen teilnimmt, weiß: Es sind oft nicht die großen Dinge, die einem im Gedächtnis bleiben. Viel häufiger sind es diese kleinen Situationen, bei denen man sich jedes Mal denkt: „Warum macht man das eigentlich?“
Manche davon begegnen mir seit Jahren immer wieder, andere scheinen sich inzwischen neu etabliert zu haben.
Rücksicht beim Laufen beginnt natürlich nicht erst mit der Startnummer auf der Brust. Meine Gedanken zu den ungeschriebenen Regeln im Laufalltag findest du auch in meiner Läufer-Etikette.
Hier sind meine persönlichen Top 10.
Platz 10
Männer, die ohne Shirt laufen
Ich verstehe nicht, warum manche Männer bei Laufveranstaltungen grundsätzlich ohne Shirt unterwegs sind. Funktionsshirts gibt es inzwischen in nahezu jeder Preisklasse. Sie sind leicht, atmungsaktiv und erfüllen ihren Zweck in der Regel sehr gut.
Trotzdem scheint es für einige keine Alternative zum freien Oberkörper zu geben. Ob der Körper nun durch unzählige Trainingskilometer gestählt ist oder eher den Eindruck vermittelt, dass das nächste Intervalltraining noch aussteht, spielt dabei offenbar keine Rolle. Vielleicht geht es um Kühlung, vielleicht um Bewegungsfreiheit – ich weiß es nicht.
Interessant finde ich allerdings, dass sich diese Frage für Frauen gar nicht erst stellt. Für sie gehört ein Laufshirt oder Top ganz selbstverständlich zur Wettkampfbekleidung. Warum das bei Männern häufig anders gehandhabt wird, habe ich bis heute nicht verstanden.
Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad mag das durchaus nachvollziehbar sein. An einem Frühlingstag mit 18 oder 20 Grad frage ich mich dagegen regelmäßig, was gegen ein leichtes Funktionsshirt spricht.
Vielleicht gibt es dafür eine schlüssige Erklärung. Ich habe sie bislang jedenfalls noch nicht gefunden.
Platz 9
Kopfhörer sind kein Tunnel zur Außenwelt
Kopfhörer gehören für viele Läufer zum Training einfach dazu. Musik oder Podcasts können motivieren und manche Kilometer gefühlt deutlich kürzer werden lassen. Das kann ich durchaus nachvollziehen.
Bei einer Laufveranstaltung verstehe ich den Sinn allerdings nicht so ganz. Gerade dort lebt die Atmosphäre doch von den Zuschauern, den Helfern, den Gesprächen im Startblock oder dem Applaus entlang der Strecke. Genau das macht für mich den Unterschied zu einer normalen Trainingseinheit aus.
Hinzu kommt, dass man mit lauter Musik oder Noise-Cancelling-Kopfhörern seine Umgebung oft nur noch eingeschränkt wahrnimmt. Helfer geben Hinweise, Mitläufer machen auf ein Überholmanöver aufmerksam oder Zuschauer feuern an – all das bekommt man unter Umständen gar nicht mehr mit.
Am Ende muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie er laufen möchte. Ich persönlich genieße bei Laufveranstaltungen lieber das, was vor Ort passiert.
Platz 8
Erst kurz vor dem Start in den Startblock
Viele Laufveranstaltungen öffnen die Startblöcke rechtzeitig vor dem Start. Das hat einen einfachen Grund: Alle Teilnehmer können sich in Ruhe entsprechend ihrer geplanten Zielzeit einordnen und der Start verläuft möglichst entspannt.
Trotzdem gibt es immer wieder Läuferinnen und Läufer, die erst wenige Minuten oder sogar Sekunden vor dem Start erscheinen und sich anschließend durch die bereits wartenden Teilnehmer nach vorne arbeiten. Für alle, die schon seit einiger Zeit im Startblock stehen, ist das selten angenehm.
Natürlich kann es immer einen nachvollziehbaren Grund geben, warum jemand erst spät zum Start kommt. Die Schlange vor den Toiletten ist manchmal länger als geplant oder die Anreise verlief nicht wie erhofft. Mir geht es vielmehr um diejenigen, bei denen das offenbar zum festen Ablauf gehört.
Ich persönlich versuche deshalb lieber ein paar Minuten früher im Startblock zu stehen. Das erspart allen Beteiligten unnötige Hektik – und der Wettkampf beginnt deutlich entspannter.
Platz 7
Direkt am Anfang der Verpflegungsstelle stehen bleiben
Verpflegungsstellen gehören zu jeder Laufveranstaltung dazu. Die meisten Veranstalter planen sie großzügig und verteilen Wasser, Iso-Getränke oder andere Verpflegung über viele Meter. Meist sind mehrere Tische hintereinander aufgebaut.
Trotzdem scheint es für manche Läuferinnen und Läufer nur einen interessanten Platz zu geben: den allerersten Tisch. Kaum ist der Becher in der Hand, wird das Tempo reduziert oder direkt stehen geblieben – obwohl wenige Meter weiter noch genügend Helfer mit Getränken warten.
Ich frage mich jedes Mal, warum man nicht einfach ein paar Meter weiterläuft. Meist wird es nach den ersten Tischen ohnehin deutlich ruhiger und die Auswahl an Getränken ist genau dieselbe.
Wer die Verpflegungsstelle vollständig nutzt, macht es nicht nur sich selbst leichter. Auch die nachfolgenden Läufer profitieren davon, weil sich das Feld besser verteilt und unnötige Ausweichmanöver vermieden werden.
Ich greife deshalb meistens erst in der Mitte oder am Ende der Verpflegungsstelle zu. Bisher musste ich deshalb jedenfalls noch auf kein Wasser verzichten.
Platz 6
Die Zielverpflegung ist kein Wocheneinkauf
Nach dem Zieleinlauf freuen sich vermutlich alle auf etwas zu trinken und einen kleinen Snack. Genau dafür ist die Zielverpflegung schließlich da. Nach einem anstrengenden Wettkampf haben sich die Teilnehmer diese auch verdient.
Was ich allerdings nicht verstehe, ist das Verhalten einiger weniger, die scheinbar versuchen, möglichst viel auf einmal mitzunehmen. Mehrere Flaschen Wasser, Bananen, Äpfel, Müsliriegel und alles, was sonst noch angeboten wird, jongliert man durch den Nachzielbereich.
Natürlich weiß niemand, wie groß der Hunger oder Durst des Einzelnen tatsächlich ist. Trotzdem frage ich mich manchmal, ob wirklich alles gleichzeitig benötigt wird oder ob ein Teil davon später zu Hause auf dem Küchentisch landet.
Gerade bei kleineren Veranstaltungen ist die Zielverpflegung oft sorgfältig kalkuliert. Da finde ich es fair, wenn jeder zunächst das nimmt, was er unmittelbar nach dem Lauf benötigt. Sollte am Ende noch etwas übrig bleiben, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, sich ein zweites Mal zu bedienen.
Bisher bin ich jedenfalls bei jeder Laufveranstaltung satt geworden – ganz ohne Großeinkauf im Zielbereich.
Platz 5
Die laufende Viererreihe
Es ist schön, wenn Freunde gemeinsam an einer Laufveranstaltung teilnehmen. Viele Wettkämpfe sind schließlich auch ein gemeinsames Erlebnis und nicht ausschließlich auf Bestzeiten ausgelegt.
Was ich allerdings nicht verstehe, sind Gruppen, die über längere Strecken zu dritt oder viert nebeneinander laufen und dabei die komplette Strecke einnehmen. Wer von hinten kommt, hat dann oft nur zwei Möglichkeiten: abbremsen oder einen größeren Bogen laufen.
Besonders in den ersten Kilometern, wenn das Teilnehmerfeld ohnehin noch dicht beisammen ist, sorgt das regelmäßig für unnötige Engstellen. Dabei würde es oft schon reichen, für ein paar Sekunden hintereinander zu laufen und andere passieren zu lassen.
Natürlich spricht nichts dagegen, sich während des Laufs zu unterhalten oder gemeinsam ins Ziel zu kommen. Ich freue mich immer, wenn Menschen ihren Sport gemeinsam erleben. Ein wenig Rücksicht auf die übrigen Teilnehmer macht das Ganze allerdings für alle angenehmer.
Ich habe mir jedenfalls angewöhnt, spätestens dann hintereinander zu laufen, wenn ich merke, dass jemand von hinten schneller unterwegs ist. Bisher hat das erstaunlich gut funktioniert.
Platz 4
Direkt hinter der Ziellinie stehen bleiben
Der Zieleinlauf ist geschafft. Die Uhr ist gestoppt. Dass man diesen Moment kurz genießen möchte, kann ich gut nachvollziehen.
Was ich allerdings nicht verstehe, sind Läuferinnen und Läufer, die direkt hinter der Ziellinie abrupt stehen bleiben. Schließlich endet der Wettkampf nicht für alle gleichzeitig. Hinter einem kommen oft noch viele weitere Teilnehmer ins Ziel, die ebenfalls ihren Lauf beenden möchten.
Dabei geht es gar nicht darum, möglichst schnell aus dem Zielbereich zu verschwinden. Meist reicht es schon, noch ein paar Meter weiterzugehen, bis sich das Teilnehmerfeld etwas entzerrt hat. Dafür gibt es den Zielkanal schließlich.
Gerade bei großen Veranstaltungen weisen die Helfer regelmäßig darauf hin, den Zielbereich zügig zu verlassen. Das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, sondern dient in erster Linie der Sicherheit und einem reibungslosen Ablauf.
Platz 3
Müll gehört nicht auf die Strecke
Bei nahezu jeder Laufveranstaltung fallen leere Getränkebecher, Gelverpackungen oder Bananenschalen an. Das lässt sich kaum vermeiden. Deshalb richten viele Veranstalter rund um die Verpflegungsstellen sogar eigene Bereiche ein, in denen der Müll entsorgt werden kann.
Umso weniger verstehe ich, warum manche ihren Becher oder die leere Gelverpackung einfach dort fallen lassen, wo sie gerade unterwegs sind. Oft sind es nur wenige Meter bis zum nächsten Mülleimer oder bis zum Ende der ausgewiesenen Entsorgungszone.
Natürlich gelingt es nicht immer, einen Becher zielsicher in den Müllsack zu werfen. Das ist auch gar nicht mein Punkt. Die Helfer sammeln anschließend ohnehin vieles wieder ein. Für mich macht es jedoch einen Unterschied, ob man zumindest versucht, den Müll dort zu entsorgen, wo es vorgesehen ist, oder ihn einfach achtlos auf die Strecke wirft.
Laufveranstaltungen führen durch Städte, Parks oder die freie Natur. Da finde ich, dass wir als Läuferinnen und Läufer unseren Teil dazu beitragen können, diese Orte so zu hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben.
Den leeren Becher oder die Gelverpackung noch ein paar Meter in der Hand zu behalten, hat mich bisher jedenfalls noch keine Bestzeit gekostet.
Platz 2
Nicht jede Laufstrecke gehört einem allein
Eine Laufveranstaltung ist kein Einzelzeitfahren. Je nach Wettkampf sind mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Läufer gleichzeitig auf der Strecke unterwegs. Da lässt es sich nicht vermeiden, dass man sich den Platz mit anderen teilen muss.
Umso mehr wundere ich mich über Teilnehmer, die scheinbar vergessen, dass sie nicht allein unterwegs sind. Da wird ohne Blick nach hinten plötzlich die Lauflinie gewechselt, mitten auf der Strecke das Tempo deutlich reduziert oder zum Gehen übergegangen.
Natürlich gibt es keine Straßenverkehrsordnung für Laufveranstaltungen. Trotzdem helfen oft schon ein paar einfache Dinge: Wer langsamer wird, orientiert sich eher an den Rand. Wer überholen möchte, sucht sich rechtzeitig eine freie Linie. Und wer die Richtung wechselt, wirft vorher kurz einen Blick über die Schulter oder gibt hier und da mal ein Handzeichen.
Mir geht es dabei nicht um Perfektion. Solche Situationen passieren jedem einmal. Wenn sie allerdings zur Gewohnheit werden, wird aus einer ausreichend breiten Laufstrecke erstaunlich schnell ein Nadelöhr.
Ein wenig Rücksicht kostet weder Zeit noch Kraft. Sie sorgt aber häufig dafür, dass der Wettkampf für alle etwas entspannter verläuft.
Platz 1
Sich bewusst im falschen Startblock aufstellen
Die Einteilung in Startblöcke gehört inzwischen bei den meisten größeren Laufveranstaltungen zum Standard. Je nach erwarteter Zielzeit werden die Teilnehmer auf verschiedene Blöcke verteilt. Das Ziel ist einfach: Alle sollen möglichst gleichmäßig ins Rennen starten können.
Trotzdem gibt es immer wieder Läuferinnen und Läufer, die sich bewusst weiter vorne einordnen, obwohl ihre geplante Zielzeit eigentlich in einen späteren Startblock gehört. Die Hoffnung dahinter erschließt sich mir bis heute nicht.
Nach dem Start dauert es oft nur wenige hundert Meter, bis die ersten schnelleren Läufer überholen müssen. Es wird ausgewichen, gebremst und wieder beschleunigt – ein unnötiger Aufwand für alle Beteiligten. Gleichzeitig dürfte der Wettkampf für diejenigen, die sich zu weit vorne eingereiht haben, kaum entspannter werden.
Natürlich können sich Zielzeiten ändern. Vielleicht ist das Training besser gelaufen als erwartet oder man fühlt sich am Wettkampftag außergewöhnlich gut. Mir geht es ausdrücklich nicht um diese Fälle. Ich meine diejenigen, die schon vor dem Start wissen, dass sie im falschen Block stehen.
Ich ordne mich lieber dort ein, wo meine realistische Zielzeit hingehört. Sollte ich an einem guten Tag schneller sein als geplant, freue ich mich über jedes Überholmanöver. Andersherum ist es für mich deutlich angenehmer, selbst überholen zu können, als auf den ersten Kilometern zum Hindernis für andere zu werden.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Sinn der Startblöcke.
Das waren meine persönlichen Top 10.
Vermutlich hat jeder, der regelmäßig an Laufveranstaltungen teilnimmt, noch den einen oder anderen Punkt auf seiner eigenen Liste.
Mich würde interessieren, welche Situationen euch immer wieder auffallen. Schreibt eure Beobachtungen gerne in die Kommentare.

